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Studienführer Japan
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Nicht viele Studenten aus dem Ausland studieren an japanischen Universitäten, was neben den mangelnden Sprachkenntnissen sicherlich auch an der schwierigen Anpassung an die Gegebenheiten in dem asiatischen Land liegt. Fast 90 % aller ausländischen Studenten in Japan stammen aus anderen asiatischen Ländern; die USA und Europa stellen lediglich 5 %.
Hochschulen
Die heute existierenden japanischen Hochschulen sind alle nach der Meiji-Restauration 1868 gegründet worden. Ab diesem Zeitpunkt begannen große Veränderungen innerhalb der dortigen Gesellschaft, die sich in einer Annäherung dem Westen gegenüber äußerten. Darum fingen auch viele ausländische Dozenten an, an den japanischen Hochschulen zu lehren. Es gibt mehr als 1.200 Universitäten im Land verteilt, und den besten Ruf unter den 98 staatlichen Hochschulen genießen immer noch die vormals kaiserlichen Hochschulen in Fukuoka, Tokio, Sendai, Kyoto, Osaka, Sapporo und Nagoya. Auch die Reformuniversität Tsukuba, die fachorientierten Hochschulen für Musik und Kunst und die Hitotsubashi-Universität in Tokio zählen zu dieser Spitzengruppe. Alle staatlichen Hochschulen werden vom Monbusho, dem Ministerium für Bildung, Sport, Kultur, Wissenschaft und Technik, finanziert.
Neben den staatlichen gibt es etwa 530 private Universitäten, von denen der Großteil staatlich anerkannt ist. Sie bekommen aber lediglich etwa zehn Prozent ihres Budgets vom Staat, die restlichen 90 % finanzieren sie durch Spenden und Studiengebühren. Das ist auch der Grund, warum alle Gebühren an Privatuniversitäten wesentlich höher und die staatlichen Universitäten entsprechend mehr gefragt sind, obwohl sie vom Studienniveau her gleichauf liegen. Viele Studieninteressierte nehmen nur deshalb an den privaten Eingangsprüfungen teil, um überhaupt studieren zu können, falls eine staatliche Universität sie ablehnt. Ein Vorteil der privaten ist aber die internationalere Ausrichtung, die sich unter anderem beim Lehrpersonal bemerkbar macht. Außerdem haben sich viele Privatuniversitäten auf eine Fachrichtung spezialisiert; als beste unter ihnen gelten die Waseda- und die Keio-Universität in Tokio.
Abschlüsse an japanischen Hochschulen
Im Vorfeld eines Studiums muss jeder Studienanwärter eine Aufnahmeprüfung ablegen. Daraufhin folgt ein zwei Jahre dauerndes, allgemeines Grundstudium, bei dem bestimmte Pflichtveranstaltungen besucht werden müssen, beispielsweise aus den Bereichen Fremdsprachen oder Sport.
Es existieren etwa 350 Volluniversitäten, an denen die Studenten einen Bachelorabschluss und einen Masterabschluss sowie die Promotion machen können. Diese Abschlüsse gelten seit einigen Jahren als Voraussetzung für eine wissenschaftliche Laufbahn. Nach vier Jahren, in denen die zwei allgemeinbildenden Jahre enthalten sind, erlangt man den Bachelorabschluss (Gakushi), nach dem viele Studenten die Universität bereits verlassen. Im Anschluss daran kann man im Graduate-Bereich seinen Masterabschluss (Shushi) machen, und nach drei weiteren Jahren ist der Doktortitel erreicht. In dieser Zeit muss man eine Dissertation verfassen und eine Abschlussprüfung ablegen. Allerdings kann man die Doktorarbeit durch die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten ersetzen.
Die sogenannten Kurzuniversitäten machen mit einer Anzahl von 591 einen Großteil der Universitäten aus. Von ihnen sind ganze 60 % alleine für Frauen vorgesehen, die dort unter anderem befremdliche Fächer wie beispielsweise Buchführung im Haushalt studieren können, aber auch Sprachen oder Sozialwissenschaften. Zusätzlich existieren noch 60 technische Fachhochschulen, die wie die deutschen auch technisches mit praktischem Wissen verbinden. Allerdings haben die Studiengänge normalerweise eine Dauer von fünf Jahren.
Es gibt eine Datenbank der japanischen Studentenorganisation JASSO, in der man nach Hochschulen suchen kann:
http://www.jasso.go.jp/cgi-bin/user/univ_search.cgi
Auf folgender Seite findet man wichtige Tipps und Hinweise für ein Studium in Japan:
http://www.studyjapan.go.jp/en/index.html
Auch der Studienführer Japan der Universität Kiel lohnt sich:
http://www.geophysik.uni-kiel.de/~geo43/other/studienfuehrerjapan/index.html
Das akademische Jahr
In Japan beginnt das akademische Jahr im April und endet im März, und die meisten Studienanfänger beginnen zum Sommersemester, anders als in Deutschland. Daher sollte man genau auf die Bewerbungsfristen achten und sich bei der jeweiligen Universität danach erkundigen. Meistens wird das Jahr in Semester unterteilt, manchmal auch in Trimester, und die Sommerferien gehen normalerweise von Mitte Juli bis Ende August. Es gibt keine Weihnachtsferien, nur Winterferien, die etwa zwei Wochen rund um Neujahr dauern, sowie Frühlingsferien im März und April von etwa 40 Tagen.
Gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen
Da es zwischen Deutschland ud Japan kein Abkommen zur Anerkennung von Studienleistungen gibt, sollte man sich im Vorfeld genau beim zuständigen Prüfungsamt erkundigen, welche Kurse angerechnet werden können.
Voraussetzung zur Zulassung an einer japanischen Hochschule
Mit einem außerhalb Japans erworbenen Schulabschluss wie dem Abitur, der zum Hochschulzugang im Heimatland berechtigt, kann man in Japan an einer Universität ein Studium beginnen. Nur das Abitur der Deutschen Schule in Tokio wird nicht anerkannt, lediglich ein paar Privatuniversitäten akzeptieren es. Darüber hinaus müssen ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sein.
Die Universitäten prüfen die Anrechenbarkeit der bisher erbrachten Leistungen und Nachweise individuell; das bedeutet, dass sie mit Übersetzungen und Erläuterungen erbracht werden müssen.
Wer in Deutschland einen Magister oder ein Diplom erworben hat, kann in Japan ein Doktorstudium beginnen, denn die Abschlüsse werden mit dem sogenannten Shushi gleichgestellt.
Ein Medizin- und Zahnmedizinstudium hat keinen Masterabschluss, sondern man macht sechs Jahre nach dem Bachelorabschluss direkt seine Promotion.
Diese hat sich so geändert, dass sie mittlerweise mit der deutschen Promotion vergleichbar ist. Früher bekam man in Japan nach langer Tätigkeit an einer Hochschule beinahe automatisch einen Doktortitel; heute können auch Ausländer erfolgreich promovieren - mittlerweile auch mit Dissertationen auf Englisch.
Zulassungsvoraussetzungen für Ausländer
Da die Aufnahmevoraussetzungen an den Universitäten sehr unterschiedlich sind, sollte man sich unbedingt im Vorfeld bei der jeweiligen Hochschule genau informieren. Am besten wendet man sich bereits acht Monate vor dem geplanten Studienbeginn an das universitätseigene International Student Office. Dies geschieht am besten auf Japanisch, aber Englisch ist ebenfalls möglich. Informationen zu diesem Thema findet man auch in der jährlich erscheinenden Broschüre "Life and Study in Japan" der JASSO:
http://www.jasso.go.jp
(Hinweis: Um Seiten in japanischer Sprache öffnen zu können, müssen entsprechende Dateien installiert sein, die den japanischen Schriftsatz erkennen können.)
Für die Zahlung von Gebühren wie beispielsweise der Studiengebühren benötigt man einen Bürgen, um die Zahlungen sicherzustellen. Einige Privatuniversitäten übernehmen diese Bürgschaften mittlerweile selber gegen Hinterlegung einer bestimmten Summe durch ihren Präsidenten. Wer ein Stipendium vom DAAD bekommt, kann sich wegen einer Bürgschaft an den Leiter der DAAD-Außenstelle Tokio wenden.
Aufnahmeprüfungen
Oft sind für den geplanten Studienaufenthalt Aufnahmeprüfungen notwendig, die fachliches und sprachliches Wissen abfragen. Dies können bis zu vier Tests sein. Ausländische Studenten, die ihren Abschluss in Japan machen wollen, müssen auf jeden Fall die General Examination for Foreign Students ablegen. Sie wird jedes Jahr von der Association for International Education, Japan (AIEJ) in Osaka und Tokio angeboten. Das Monbusho informiert auf Anfrage über deren Inhalte und die beste Vorbereitung.
Die meisten Universitäten verlangen außerdem von den Gaststudenten einen Sprachtest, der in vier unterschiedliche Level unterteilt ist. Studienbewerber müssen das erste Niveau schaffen, in dem die Kenntnis von 2.000 chinesischen Schriftzeichen (Kanji) sowie etwa 10.000 Vokabeln vorausgesetzt wird. Rund 900 Stunden zum Lernen sind dafür angeblich nötig. Auch im Ausland kann man diesen Test ablegen, in Deutschland findet er bei der Volkshochschule Düsseldorf statt:
http://www.duesseldorf.de/vhs
Wer nur für ein Jahr in Japan sein Studium fortsetzen möchte, sollte sich am besten als Forschungsstudent (Kenkyusei) bewerben, da die Prozedur nicht ganz so kompliziert ist.
Unterkunft
Auch in Japan sind die Studentenwohnheime ir kostengünstigsten Unterkünfte, ganz gleich ob privat oder öffentlich. Dafür wendet man sich am besten an die International Student Centers der Hochschule oder an die Deutsch-Japanische Gesellschaft, die ebenfalls helfen kann:
http://www.jdg.or.jp/index_d.html
Man kann auch selbständig eine Wohnung mieten, aber bereits für ein Ein-Zimmer-Apartment liegen die Kosten bei 600-900 Euro pro Monat. Außerdem wird meistens eine Kaution von drei bis sechs Monatsmieten verlangt, die man lediglich zum Teil zurück bekommt. Wohngemeinschaften, die eine weitere Möglichkeit wären, gibt es in Japan eher selten.
Visum und Krankenversicherung
Wenn man nach Japan einreisen möchte, benötigt man einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Mit einem Touristenvisum, das man als Deutscher bei der Einreise erhalten kann, darf man nicht arbeiten oder studieren. Deshalb sollten Studenten sich bei den Konsulaten oder Botschaften informieren; sie bekommen normalerweise ein Visum mit "College Status".
Stellt man zum ersten Mal einen solchen Antrag, sollte man mit einer Bearbeitungszeit von mindestens sechs bis acht Wochn rechnen. Daher ist es wichtig, den Antrag sofort nach der Zusage der Hochschule zu stellen. Weitere Bestätigungen oder Schreiben oder sogar der Antrag von japanischer Seite, beispielsweise von einem Bürgen, können den Vorgang beschleunigen. Es ist aber immer ratsam, sich möglichst früh darum zu kümmern; oft bekommt man sein Visum erst unmittelbar vor der Abreise. Wer nicht von japanischer Seite gefördert wird, muss eine formelle Garantieerklärung eines Bürgen in Japan vorweisen können.
Link zur japanischen Botschaft: http://www.de.emb-japan.go.jp/ |
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